Film

Die niederländische Filmindustrie gilt als eine kleine Industrie, die ungefähr 20 Filme pro Jahr herausbringt. Drei Mal gewann ein niederländischer Spielfilm einen Oscar für den besten ausländischen Film: De Aanslag (1986; dt. Titel: Der Anschlag), Antonia (1995; dt. Titel: Antonias Welt) und Karakter (1997; dt. Titel: Karakter).

Ab 1896 wurden erstmals kurze Filmchen erstellt und in niederländischen Kinos gezeigt. Im Laufe der Jahre hat sich viel getan. Es gab Zeiten, in denen das Kino maßlos beliebt war, aber auch Zeiten, in denen der niederländische Film in eine Sackgasse geriet.

Aktuell wird davon ausgegangen, dass der niederländische Markt für Film von 561 Millionen im Jahr 2014 auf 682 Millionen im Jahr 2018 anwachsen wird. Das größte Wachstum entsteht durch das digitale Home Video. Erwartungen zufolge wird dieser Markt zwischen 2014 und 2018 von 118 Millionen Euro Umsatz auf242 Millionen Euro ansteigen.

Seit 2000 haben wir in den Niederlanden einen neuen Weg eingeschlagen, nämlich den zu Kinderfilmen wie Minoes (dt. Titel: Die geheimnisvolle Minusch), Pipo de Clown und Pluk van de Petteflet. Auch werden seit 2001 niederländische Filme gemacht, die auf dem Erfolg bekannter niederländischer Seriendarsteller aufbauen, wie etwa der Film Costa!. Als die Beliebtheit dieser Formel nachließ, ging die Filmindustrie zu Multikulti-Komödien über, wie Het Schnitzelparadijs (dt. Titel: Schnitzelparadies).

Ein bekannter niederländischer Filmemacher ist Paul Verhoeven. Von ihm stammt unter anderem der US-Hit Hollow Man (dt. Titel: Hollow Man - unsichtbare Gefahr). Die Erwartungen waren hoch, als er 2006 nach gut 20 Jahren seinen ersten niederländischen Film präsentierte. Der Film Zwartboek (dt. Titel: Black Book) wurde jedoch zu einem durchschlagenden Erfolg. Der Film ging im Wettbewerb des Filmfestivals von Venedig in Premiere, wurde durch die Mehrheit der ausländischen Presse positiv aufgenommen und zog gut eine Million Zuschauer an.

Im Jahr 2014 gingen 54 Prozent der Niederländer ab sechs Jahren mindestens ein Mal ins Kino. Das sind zusammen ungefähr 8,5 Millionen Kinobesucher. 

Eine Bedrohung für die niederländische Filmindustrie ist Filmpiraterie. Das Herunterladen von Filmen aus illegaler Quelle war in den Niederlanden in den vergangenen 12 Jahren erlaubt, da die Regierung der Ansicht war, dass es unter die Ausnahmebedingungen für Privatkopien fiele. Der Europäische Gerichtshof hat diese niederländische Auslegung jedoch für unrechtmäßig erklärt. Damit ist seit 10. April 2014 das Herunterladen aus illegaler Quelle in den Niederlanden verboten. Die niederländische Filmindustrie verliert nach eigenen Angaben durch das Herunterladen von Filmen aus illegaler Quelle jährlich mindestens 78,4 Millionen Euro Umsatz. Die Verschärfung von Maßnahmen gegen Filmpiraterie wird deswegen auch als eine Chance für die gesamte Branche gesehen.

Die Beschäftigungsmöglichkeiten im gesamten niederländischen Film- und audiovisuellen Sektor sind zwischen 1998 und 2011 um 16,7 Prozent zurückgegangen. Das bedeutet eine Abweichung vom europäischen Trend, wo ein Wachstum von 11,5 Prozent erreicht wurde. Sie ist auf die Abnahme von staatlichen Zuschüssen zurückzuführen und auf das Fehlen von wirtschaftlichen und steuerlichen Regelungen, um internationale Produktionsaktivität anzuziehen. Das hat sich 2014 geändert.

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Nachrichten

Elle gewinnt zwei Golden Globes

13/01/2017/JM

„Elle“ vom Regisseur Paul Verhoeven wurde mit zwei Golden Globes ausgezeichnet. Der Film gewann in den Kategorien „Bester fremdsprachiger Film“ sowie „Beste Hauptdarstellerin - Drama“. 

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Die Niederlande bei internationalen Filmfestspielen gut vertreten

09/09/2016/JM

Zehn niederländische (Co-) Produktionen wurden für die kommende Ausgabe des Toronto International Film Festival (TIFF) ausgewählt. „Brimstone“ von Martin Koolhoven feierte seine Premiere beim Filmfestival in Venedig. Und „Tonio“ ist der niederländische Bewerber für die Oscars.

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