Modebranche

Die erfolgreiche niederländische Modebranche ist eines der Aushängeschilder der niederländischen Kreativwirtschaft. Niederländische Modedesigner wie Iris van Herpen und Jan Taminiau gewinnen international an Bedeutung, Viktor & Rolf sind gar weltberühmt. Und die Amsterdamer Fashion Week wird auch international immer mehr zu einem Begriff.

Wenn man vom niederländischen Modesektor spricht, dann spricht man von einer Branche, in der über 20 000 Menschen beschäftigt sind: vom selbständigen Designer bis zum Einkäufer bei einer Modemarke, vom Qualitätskontrolleur bis zum Exportmanager. Im Modesektor tätige Organisationen variieren von Einzelhandelsorganisationen, Designern, Markenherstellern und Private-Label-Lieferanten. Berufsbekleidungsbetriebe, Betriebe in den Sektoren (Heim-)Textilien und Teppiche sowie Zulieferer für die Modebranche gehören ebenfalls dazu. Modint, der Industrieverband der niederländischen Modebranche, besteht aus grob 650 Unternehmen mit einem Gesamtumsatz von 9 Milliarden Euro, wovon das Exportvolumen 50 % ausmacht.

Der gesamte Markt für Kleidung umfasst circa 10 Milliarden Euro auf Konsumentenniveau. Diese Kleidung findet über 20 000 Geschäfte, zahlreiche Webshops und andere Kanäle ihren Weg zum Konsumenten. Darüber hinaus werden mit vielerlei Formen von Textilien, von Kunstgras bis Heimtextilien, Milliardenbeträge umgesetzt. Insgesamt werden für 11 Milliarden Euro Kleidung und Textilien importiert, aber ebenfalls für 11 Milliarden Euro pro Jahr exportiert (Großhandelspreise). Diese Zahlen verschaffen bereits einen Eindruck von der gewaltigen internationalen Dynamik dieser Branche.

Beim Thema Innovation in der Kreativwirtschaft geht es immer stärker um Wert, Symbolik und Kultur. Das gilt bereits voll und ganz für den Bereich Kleidung und Mode. Mode befindet sich an einer Schnittstelle zwischen lokalem, kulturellem Erbgut und Innovation von internationaler Relevanz: kulturell (etwa die Holzpantinen mit Pfennigabsätzen von Viktor & Rolf); sozial (wenn etwa die höheren Gesellschaftsschichten Jeans tragen) und technologisch (als globalisierte Organisation im Gefüge von Angebot und Nachfrage). Die "niederländischen" Werte verschaffen der niederländischen Modeindustrie einen Mehrwert und sprechen auch Konsumenten im Ausland an.

Der Entwurf an sich und die Kraft der Marke sind die Waffen, mit denen niederländische Modeunternehmen den Kampf gegen ihre internationalen Konkurrenten aufnehmen. Die erfolgreichen Modeschöpfer sind der lebendige Beweis für ein wirksames, kreatives niederländisches Modesystem.

Die besten Beispiele

Jeans, die die Ozeane säubern

Plastikmüll aus den Ozeanen zu bergen, um daraus eine gefragte Kleiderkollektion zu fertigen: Das Kunststück gelang G-Star zusammen mit Pharrell Williams und Bionic Yarn. „Unser Anliegen ist es, die Verschmutzung der Ozeane ins Bewusstsein zu rücken."

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Mehr als Mode

11/12/2014

Ein Strom erzeugendes Kleid, isolierende Feuerwehranzüge, die dennoch atmen, antibakterielle Kuschelbekleidung für Krankenpfleger, eine exklusive, auf dem Mond zu tragende Kollektion oder ein Cradle-to-Cradle-Outfit aus reinem Polyester. Das alles hat die Modetechnologin Marina Toeters sich ausgedacht, erforscht und produziert, aber nie allein. „Ich versuche, eine Brücke zwischen Technikern und Modedesignern zu schlagen, weil sie sich gegenseitig weiterhelfen können."

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